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Donnerstag, 20.10.2011 - Broome

 
Ok, heute in Broome angekommen. Westküste!!!!!!! Endlich. Nach 7000km von Cairns angefangen habe ich komplett Australien von Osten nach Westen durchquert, habe in jeder Stadt gearbeitet, hunderte von Leuten kennengelernt, ettliche Parties gefeiert, nen riesigen Haufen Schei**e gebaut, die schönsten Strände gesehen und das Geile ist, dass ich jetzt nicht mehr früh aufstehen muss, um den Sonnenaufgang über dem Meer zu sehen. Jetzt geht die Sonne jeden Tag über dem Meer unter, was noch tausend mal beeindruckender ist. Ich habe hunderte Arten von Spinnen gesehen, Kängurus sind schon nichts mehr besonderes hier, Lizards und Geckos laufen überall rum, ich war im Great Barrier Reef tauchen, habe schon Bekanntschaft mit Quallen gemacht - ungefährlich, brennt nur ein bisschen - und habe einen Hund aus Krokodilverseuchtem Gewässer gerettet. Ich bin einen 17m Wasserfall ungefähr zehn mal runtergesprungen und lebe noch. Mein Auto ist die reinste Luxusbude. 5.1 Dolby Surround System, mit dickem Subwoofer zwischen den beiden Frontsitzen und Lautsprechern in der Kopfstütze, 120W Converter unter dem Passengerseat um Laptop, Handy, Camera oder sonst was aufzuladen. Drei Zelte, zwei Campingstühle mit Tisch, eine überbequeme Matraze und ein Airbed, das leider morgens gegen 6 Uhr die Luft verliert, ein Skateboarddeck zum Sandboarden, ein Bodyboard zum surfen und ein Longboard zum durch die Stadt cruisen. Meine Gitarre aus Cairns musste ich leider zurücklassen, dank drei gebrochenen Wirbeln, querschnitzgelähmt - unheilbar.. Haben sie im Litchfield Nationalpark übers Wasser an einen Felsen gehangen, dort wird sie jetzt für immer hängen bleiben und uns in Erinnerung behalten. Ich habe in Cairns auf einem Rummel in ner Frittenbude gearbeitet, habe für die Bunjee Jumping Company in Cairns gearbeitet und bin natürlich gesprungen, habe mittlerweile meinen zweiten Kellnerjob, bin in Darwin 3 Wochen lang Velotaxi gefahren und habe in dieser Zeit die verrücktesten Stories miterlebt, wurde von Kunden in ihre Appartments eingeladen um dort Bier zu trinken und wurde natürlich auch immer für die Arbeitszeit, die ich mit Biertrinken verschwende, von den Leuten bezahlt. Ich habe zwei Wochen lang bei 55°C Bäume gefällt, Gärten umgegraben, ein ausgebranntes Hausgereinigt, eine komplette Schule sauber gemacht und im verdammten Halls Creek abgegammelt. Das war nur ein bisschen von dem, was ich in den letzten 5 Monaten gemacht habe, viele Sachen vergesse ich auch einfach, weil jeden Tag irgendetwas neues passiert und man sich einfach nicht alles merken kann. Dafür ist mein Hirn einfach zu ungroß. Auf jeden Fall habe ich hier ne riesengroße Menge Spaß und kann Australien definitiv an jeden weiterempfehlen... Klar, man ist komplett auf sich alleine gestellt und wenn man einmal tief in die Scheiße taucht, ist es schwer wieder an die frische Luft zu schwimmen, aber irgendwie lernt man dann immer im richtigen Moment den richtigen Dude kennen, der dir nen Job oder eine Unterkunft gibt und alles von jetzt auf gleich wieder Scheißefrei lassen wird.. In einem Monat treffe ich Max in Perth und dann werden wir erstmal für ein Stück die ganze Kacke zusammen durchmachen und richtig auf den Putz hauen.. Max: freu dich drauf, es wird mega   Naja, das war mal eine kleine Zusammenfassung, jetzt weiter in der Storie.. Bevor wir Halls Creek verlassen haben, sind wir für ein paar Nächte durchs Outback zu ein paar schönen Stellen gefahren um noch einmal auszuspannen, bevor es wieder an die Arbeit geht. Die Straßen außerhalb vom Highway sind hier meistens nur für 4wd Jeeps, aber die meisten Locals meinten, dass wieder den Weg bis Saw Pit George auch mit unserem Station Wagon meistern können. Erster Stopp - China Wall. Eine natürliche Wand aus Stein, die sich komplett gerade von der einen Seite eines Berges über die Spitze bis zum anderen Ende zieht. Eine perfekte Linie, ungefähr vier Meter hoch. Es war schwer zu glaube, dass diese Mauer natürlich ist, aber wenn man auf den höchsten Punkt klettert, sieht man im Umkreis von Kilometern unzählige kleinere Mauern, die sich überall über die Hügel ziehen. Leider sind wir noch in der Dryseason, alle Flüsse sind also bis zum letzten Tropfen ausgetrocknet und die Georges, also Pools, die niemals austrocknen, sind nicht so spektakulär, wie in der Wetseason. Die Wasserfälle sind trocken und es gibt so gut wie keine Strömung in den Georges. Nach der ersten Nacht am Caroline Pool, sehr schön, sind wir gute 3 Stunden mit ungefähr 15-20km/h weiter ins Nichts gefahren um Palm Springs zu sehen. Ein tiefer Pool, der immer volller Wasser ist, weil ein paar dutzend Meter weiter eine Quelle ist. Dort war eine riesige Gruppe von Abos, ungefähr 50 in vier Jeeps. Es war mal eine gute Erfahrung diese Leute nüchtern kennen zu lernen, in den Städten sieht man sie nur als betrunkene Penner an der Straße sitzen, pöbeln, betteln und dann mit dem Taxi heimfahren, weil die zwischen 400 und 900$ die Woche vom Government bekommen. Bevor es dunkel wurde, haben die dann ein riesiges BBQ für alle gemacht und haben uns eingeladen. Es gab blutiges Büffelsteak und Büffelrips und wir wurden eingeladen und haben zusammen mit den Abos gegessen. Danach sind wir mit ein paar Kids auf den Berg nebenan geklettert und haben uns von oben den Sonnenuntergang angeguckt. Herrlich..  Man kann in jede Richtung 10.000km  weit sehen und man sieht einfach nur eine Traumlandschaft. Kein Haus, keine Straße, keine Autos, kein Strommast.. Nichts.. Nur Hügel, Berge, Klippen, Wälder und das wars. Wenn hier irgendetwas mit dem Auto passiert, sind wir geliefert. Ein Abschleppwagen aus Halls Creek zu holen, kostet 5000$, die man auf jeden fall nicht bezahlen will. Nichts desto trotz sind wir am nächsten Tag noch weiter raus gefahren, um Saw Pit George zu sehen, ein anderer See, umgeben von hohen Klippen und trockenen Flussbetten und Wasserfällen. Das Auto mussten wir ein bisschen oberhalb vom George abstellen, weil man nur mit einem 4wd bis runter fahren kann. Wir sind also runter in Richtung Wasser gelaufen und mussten erstmal nur ein ungefähr 10cm tiefen und 3m breiten süßen  Fluss laufen um zum George zu kommen. Das Wasser war perfekt. Es ist immer geil, wenn man irgendetwas zum springen hat und dieser Platz war perfekt dafür geeignet. Man konnte überall die Klippen hochklettern und egal von wo runterspringen, das Wasser war überall tief genug. Das klettern war auch eine Herrausforderung, Überhangklettern, Barfuß und alles nass. Aber wenn man runterfällt, landet man eh im Wasser und da will man ohnehin rein. Bevor es dunkel wurde sind wir wieder zum Auto gegangen um zu kochen und dann hat sich auch schon der Himmel zugezogen. Man konnte genau beobachten, wie sich ein Sturm aufbaut und wie der Regen hinter der nächsten Bergkette runterprasselt. Dann wurde die dunkle Wolke immer größer und dunkler und kam zu uns rüber und mit einem mal hat es so deftig angefangen zu regnen, das war unglaublich. Dann wurde es komplett dunkel und 360° um uns herum waren Blitze, tausende von Blitzen. Und die Donner waren so laut, das Gewitter war direkt über unseren Köpfen. Nach zwei oder drei Stunden hat es dann aufgehört zu regnen, nur die Blitze haben ewig nicht aufgehört und der Himmel war hell. Hinter den Bergen hat es rot geschimmert, das heißt, dass es da hinten einen Buschbrand gibt. Als die Donner nachgelassen haben, hörten wir dann auf einmal riesige Mengen Wasser plätschern, also haben wir unsere Taschenlampen und Walki-Talkies gepackt und sind runter ans Wasser gegangen. Der süße kleine Fluss von vorhin war auf einmal fast einen Meter tief und sieben oder acht Meter breit, da mussten wir durch, um den Rest sehen zu können. Die Strömung reißt dich fast mit sich, aber nach einiger Zeit haben wir es geschafft und sind auf der anderen Seite angekommen. Wir wollten zu dem Platz gehen, an dem wir tagsüber gelegen haben, aber dieser Platz war schlicht einfach wie vom Erdboden verschluckt. Wo wir lagen, war einfach überall Wasser und ein kleiner Erdrutsch hat die komplette Ecke ins Wasser stürzen lassen. Der komplette George war ungefähr anderthalb Meter höher als tagsüber. Von allen Seiten prasselten Wasserfälle die Felsen runter unter aus allen Ecken kamen kleine und größere Flüsse in den George. Wir stehen also in mitten dieses Naturspektakels, als auf einmal hinter dem Baum, wo wir standen ein ohrenbetäubendes Grollen aufkam. Keine Ahnung, was es ist, aber erstmal sicheren Abstand nehmen. Wir sind also ein Stück nach hinten gerannt und haben mit unseren Lampen alles abgeleuchtet um den Ursprung dieses Lärmes zu finden. Wir merkten dann, dass es ein herunterfallender Felsbrocken war, der erst den Berg und dann die Klippen herunter rollt auf der anderen Seite des Wassers. Wir konnten es zwar nicht so genau sehen, aber das Geräusch wurde immer lauter, es hat sich angehört wie eine gigantische Lawine und auf einmal klatscht der Felsbrocken in das Wasser auf der anderen Seite des Georges. Und Stille. Das war ein Zeichen für uns, wieder zum Auto zu gehen, also sind wir zurück durchs Wasser gestiefelt und sind den Weg zurück gelaufen. Die Straße war ein Fluss, überall sind Frösche rumgehüpft und aus den Büschen kamen Geräusche, wo man manchmal überhaupt nicht wissen will, was das für ein Tier ist. Die Nacht war dann in Ordnung, es hat nur noch einmal kurz geregnet, ansonsten gab es keine Zwischenfälle. Am nächsten Tag wollten wir dann wieder zurück nach Halls Creek, weil wir befürchteten, es könnte noch einmal regnen und dann wird die Straße komplett unpassierbar. Für mein armes himmelblaues Abenteuerauto.. Wir sind also morgens gegen zehn Uhr losgefahren und sind ungefähr 30m weit gekommen, bis wir zum ersten mal austeigen mussten, um die Straßenlage zu checken. Wasser auf der Straße. Machbar. Einfach durch. Nächster Creek, Wasser.. alles klar, einfach durch.. Merijn stand immer draußen und hat mir die Richtung gewiesen, nachdem wir abgecheckt haben, wo das Wasser am niedrigsten ist. Niedrig ist vielleicht nicht das richtige Wort, es war ungefähr dreiviertel-Reifentief und das Wasser hat sich wie eine Wand gegen die Stoßstange gelegt und ist in die Lüftungsschlitze gelaufen. Durch. Geschafft. Aber es kam, wie es kommen musste und wir sind natürlich nach einer Zeit im Schlamm stecken geblieben. Austeigen, vors Auto in den Schlam knien und das Auto ausgraben ist angesagt. Wir haben kleine Bäume gefällt und die Baumstämme unter die Reifen geklemmt, damit wir ein bisschen mehr Grip haben und tatsächlich, nach fast einer Stunde hatten wir das Auto befreit. In der ganzen Zeit haben wir natürlich nicht ein einziges Auto gesehen.  Aber trotzdem war es zu heikel die Strecke auf eigene Faust weiterzumachen, also hab ich mir ne große Flasche Wasser geschnappt und bin ungefähr eine Stunde lang zur nächsten Kreuzung (die einzige Kreuzung auf der ganzen Straße) gelaufen, um dort auf ein 4wd zu warten, der uns eventuell durch dieses Loch ziehen kann. Auf meinem Weg dahin bin ich durch noch viel größere Löcher gestampft, die wir niemals nie alleine schaffen würden. Nach vielleicht 20min warten kam ein 4wd aus der entgegengesetzten Richtung, also habe ich mich mitten auf die Straße gestellt, Merijn durchs Walki-Talki bescheid gegeben, dass ich jemand gefunden habe und habe die Frau im Auto gefragt, ob sie uns helfen kann. Sie war eine Sozialarbeiterin für Aboriginicommunities, also auf alle Fälle hilfsbereit. Natürlich hatte sie auch ein Abschleppseil dabei und ich bin mit ihr zusammen zu meinem Auto gefahren um es in Sicherheit zu bringen. Click, click, bruuuuummmm..... als wäre es ein Kinderspiel, hat uns die Frau durch ein Creek nach dem anderen gezogen, das Wasser ging teilweise bis kurz unter die Fenster, ich konnte meine Hand im Wasser hängen lassen. Die Creeks waren alle in Ordnung, ohne Probleme. Dann kamen wir zu Palm Springs Creek, ein "kleiner" Fluss, der über Nacht ein bisschen größer geworden ist. Der Fluss hat sich sienen Weg über die Straße gesucht und ich musste stark gegenlenken, damit das Wasser mein Auto nicht von der Straße in den Fluss spült. Aber das war dann auch zum Glück die letzte Hürde, von dort an sind wir dann wieder alleine weitergefahren, das Auto hat nur ein bisschen gequietscht und die Lenkung hat gesponnen, aber sobald der ganze Matsch von den Federn gefallen war, wurde es auch besser und es war wieder alles beim alten. Im nachhinein kann man immer über solche Dinge lachen, aber wenn dein zu Hause dort im Schlamm steckt versucht man schon, das beste draus zu machen um nicht obdachlos zu werden. Umso glücklicher bin ich,das ich jetzt in Broome angekommen bin und das Auto immernoch perfekt läuft..
29.10.11 09:40
 


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