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Dienstag, 20.12.2011 - Southcoast erste Halbzeit

Im Moment fahren wir gerade über den Madura Pass, Südküste, und haben einen mega geilen Ausblick über eine Kilometer weite Ebene voller einzelner Bäume. Man kann nicht einmal schätzen, wie weit man gucken kann, am Horizont verschwimmt der Boden einfach irgendwann. Kein einziger Hügel, kein Fels, kein garnichts.. nur hohes Gras und Bäume, so weit das Auge reicht.
Wir sind auf dem Weg nach Adelaide, im Auto sitzen Gaile, der Max und Ich. Wir sind am Samstag morgen um 4.30 aus Borden aufgebrochen, zusammen mit Greg und Moonie von der Farm um im Bremer Bay fischen zu gehen. Greg hat ein riesiges Fischerboot im Bremer Bay liegen, dort sind wir alle drauf gehüpft uind losgedüst.
Die Aussicht war atemberaubend, Klippen, Traumstrände, Wellen und Sanddünen, alles auf einmal war einfach nur einmalig.
Nach einer guten Stunde Fahrt durch den Southern Ocean haben wir angehalten und in 70m Tiefe geangelt. Als Köder haben wir Fische genommen, die auch schon groß genug zum essen waren, aber wir wollten die richtig großen Dinger.. Nach dem ich also meinen ersten Köder runtergelassen habe, bis das Bleigewicht auf dem Boden aufgekommen ist, habe ich auch sofort schon ein Zerren an der Leine gespürt und hab sie wieder hoch gezogen. Dran hing ein orangener Fisch, ungefähr 40cm lang. Da hat er also rumgezappelt, mit dem Haken durch die Schnute und ich hab mich so gefreut, dass ich nach 1 min schon einen Fang hatte, dass der Fischvom Haken gesprungen ist und weg war. Angel wieder rein, neuer Versuch. Nach fünf Minuten habe ich dann auch einen rausgezogen und stolz fotografiert. Von da hab ich mich immer mit Max an der Angel abgewechselt und wir haben hin und wieder einen am Haken gehabt.
Nach 15-20min  sind wir dann immer weiter gefahren und haben woanders angelegt um dort wieder unser Glück zu versuchen. Der Wellengang war ziemlich heftig und so hat sich Jonas ganz spontan dazu entschlossen sich nach vorne über das Geländer zu lehnen und seinen Magen zui entleeren. Und nochmal. Und nochmal. Das ging dann ungefähr die letzten 2-3 Stunden so weiter, aber Spaß gemacht hat es trotzdem.
Nach dem Fischen sind wir nach Albany gefahren, was auch mega schön war. Ein schöner Strand mit Blick auf kleinere Inseln und Wellen, die groß genug waren, um das Surfboard vom Dach zu befreien. Geschlafen haben wir auf dem Parkplatz vom Supermarkt, was nicht so ganz sensationell war, wenn man es mit unserer nächsten Nacht in Esperance vergleicht.
Auf dem Weg von Albany nach Esperance war leider nicht wirklich etwas zu sehen, außer lange, gerade Straßen. Dafür wurden wir dann in Esperance umso mehr überrascht, als wir abends im Dunkeln angekommen sind. In der Innenstadt war alles voller parkender Autos, jeder kleine Platz neben der Straße wurde als Parkplatz umfunktionier. Also haben Wir unser Auto einfach dazu gestellt und sind der Geräuschsquelle entgegengelaufen. Über einen kleinen Hügel drüber und wir standen in einem riesigen Weihnachtskonzert in einem Park. die ganze Wise war voller Menschen mit Kerzen in Coca Cola Bechern und auf einer weihnachtlich Beleuchteten Bühne war ein Chor, der Weihnachtslieder gesungen hat. Die Leute saßen in Winterjacken und dick verpackt in ihren Campingstühlen, wir mit Tanktop, kurzer Hose und Flip Flops..
Leider war die ganze Show dann relativ schnell vorbei, hätte ich mir gerne ein bisschen angeguckt.
Zum Schlafen sind wir auf einen Berg am Stadtrand gefahren, der oben drauf eine riesige Felsplatte war. Mit Blick über das Meer und die ganze Stadt haben wir unsere Matratzen auf den Boden geschissen und sind unter einem atemberaubenden Sternenhimmel eingeschlafen und am Morgen mit einer mega Aussicht aufgewacht.
Esperance ist bekannt für seine Strände, die wir Montag Morgen dann auch gleich ausgecheckt haben. Meeeeeeega...!! Traumstrände, die man normalerweise nur in Filmen sieht.. in guten Filmen..
Von Esperance sind wir dann weiter durch Norseman und wollen heutezum Great Australian Bight in der Mitte der Südküste. Ich denke, dort werden wir wieder einen recht angenehmen Platz zum schlafen finden..
Ich habe übrigens jetzt meine Unterschrift für mein 2nd year Visa schon. Jetzt muss ich es nur noch beantragen, wenn ich mal wieder Geld habe und dann bin ich fit für die Verlängerung. Ich will ohne Halbzeit durchspielen um nicht aus der Puste zu kommen.. Aber erstmal muss ich Geld verdienen, das ist nämlich jetzt komplett alle... Hoffentlich finden wir in Adelaide einen schönen Job auf einer Baustelle, das ist relativ easy und gut bezahlt..
Alles klar, ich muss jetzt mal den Max unterhalten. Er fährt gerade und ich gönn mir mal eine Pause. Seit den letzten 14000km hat der Fahrersitz keinen anderen Hintern mehr gerochen als meinen..
24.12.11 04:20


Mittwoch, 07.12.2011 - Borden

Was macht man, wenn man fast ein halbes Jahr in kleinen bis winzig kleinen Städten gelebt hat und dann in eine Millionenstadt kommt?? Die Entscheidung war nicht schwer.. Nach einer Woche wieder dort abhauen und vor dem Getümmel fliehen. Ich bin jetzt mit Max ungefähr 350km südöstlich von Perth, 130km nördlich von Albany, in der Nähe einer kleinen Stadt namens Borden auf einer Getreidefarm woofen. Woofing ist, wenn man mit einer Familie zusammen im Haus lebt, denen bei der Arbeit da Heim hilft und dafür kostenlos dort wohnen und essen darf. Unsere Familie besitzt eine Getreidefarm mit 18000 acres Nutzfeld, also die Fläche, auf der gerade im Moment Getreide angebaut wird. Dazu kommen noch mal die Felder, auf denen nächste Saison wieder angebaut wird, 1500 Schafe die schon rumlaufen plus 1800 Schafe die wir heute eingekauft haben und morgen oder übermorgen aufs Feld fahren, ein riesiges Grundstück mit dem Familienwohnhaus und zwei alten Gästehäusern und den Sheds und jede Menge 4wd Pick Ups, genannt Hudes, Traktoren, Bagger, Mähdrescher und das Beste: Motorräder..! In Borden selbst Leben ungefähr 30 Menschen, es kennt also jeder jeden und man kann machen was man will, weil es keine Polizei gibt. Die Farm ist ungefähr 15min Gravelroad von Borden entfernt, also komplett im Nichts. Wir leben hier mit neun Leuten, Tanya und Greg, Mum und Dad, deren Kindern Daisy, Jarrow, Alec und Chaise, Uncle Moony, Gail, eine Backperin aus Wales, Max und mir. Auf der Farm an sich arbeiten wir zu acht. Unsere Aufgaben hier sind einfach.. Helfen wo immer wir auch können. Meistens sitzen wir in den Hudes und fahren durch die Pampa um Sachen von A nach B zu bringen. Das Getreide, was abgeerntet wird muss manchmal gereinigt werden, weil zu viele Steine mit dabei sind. Das erledigen dann riesige Maschinen, auf die wir dann aufpassen müssen. Natürlich sind auch langweilige Jobs wie Unkraut in den Gemüsegärten zupfen dabei, aber da muss man halt auch durch. Wir stehen jeden Tag um acht auf, frühstücken und gehen dann jemanden suchen, der uns eine Aufgabe gibt. Wir arbeiten dann meistens bis Feierabend mit, also bis es dunkel wird. Wenn wir langeweile haben, wird sich das Motorbike geschnappt und freigetreten. Das steht auch auf meinem Plan, wenn ich wieder nach Hause komme. Ich brauch unbedingt einen Motorradführerschein, das ist ja sowas von geil.. =) Alles in einem macht die Arbeit hier ziemlich Spaß, einach komplett in der Farmarbeit involviert zu sein und jeden Tag etwas neues zu machen. Wenn die Schafe irgendwo anders hintransportiert werden, wird das mit einem Hude, einer Motorcross, einem Hund und zu Fuß gemacht. Schafe sind blöd, nur mal nebenbei, und sehen auch blöd aus. Wir wissen nch nicht genau, wie lange wir hier bleiben. Nach der Farm wollen wir nach Adelaide, ich hoffe, dort können wir bei irgendjemandem pennen, ich habe viele Leute aus Adelaide in Broome kennengelernt. Darauch sind wir auch mehr oder weniger angewiesen, weil ich zu gut wie pleite bin. Ich musste diese Woche meine Autoversicherung bezahlen, welche mich unerwartet überrascht hat und mein Konto leergeräumt hat. Eigentlich ist es recht unpassend, das wir unbezahlt hier arbeiten, aber ich bereue es auf keinen Fall, weil ich jetzt nach ein paar Tagen schon mein zweites Jahr Visum bekommen habe und das heißt, dass ich nicht mehr irgenwo zwangsweise für 3 Monate fruitpicken muss um das zu bekommen. Für die, die es noch nicht wissen, ich komme nächstes Jahr noch nicht nach Hause, mir gefällt es hier zu gut. Ich häng noch ein Jahr dran und seh, was auf mich zu kommt. Ich erlebe hier einfach jeden Tag was neues und das soll noch nicht aufhören. Vielen Leuten, denen ich das schon erzählt habe, waren nicht sehr begeistert, aber tut mir leid, da muss ich mal egoistisch sein. So, ich muss jetzt ausm Haus, da wartet ein Zaun, der abgerissen werden will. Zwischen Sandy Bay und Borden ist noch ne Menge passiert, zum Beispiel der südliche Teil der Westküste und eine Woche lang Perth. Ich habe auch fleißig Blog geschrieben, aber leider hat den Max ausversehen gelöscht und das war zu viel um es nochmal aufzuschreiben. Kurzfassung..: Westküste war Hammer, Perth war auch Hammer, aber keine Stadt für mich um ewig dort zu bleiben. Hatten ne coole Woche, mit anschließendem Wochenende in einem Luxusappartment in Fremantle. War geil geil, aber ich hoffe Adelaide wird besser
13.12.11 06:26


Donnerstag, 17.11.2011 - Sandy Bay

Ok, ich musste entscheiden, ob ich die lange oder die kurze Version aufschreibe, doch die Tatsache, dass ich gerade meinen Wein über meine ganze Matraze im Zelt verschüttet habe und halb im Nassen liege, macht die Entscheidung nicht schwer. Ich will einschlafen, damit ich das nicht mehr merke.. Ich bin jetzt seit elf Tagen auf der Road, bin in dieser Zeit 3750km gefahren und hab ne Menge geilen Scheiß gesehen....!!! In Broome angefangen sind wir über 80 Mile Beach über Karijini Nationalpark rüber nach Exmouth, runter nach Coral Bay, weiter nach Carnavon, dann nach Monkey Mia, über Kalbarri Ntionalpark nach Geraldton zur Indian Ozean Road und jetzt sind wir nur noch 350km von Perth entfernt und ist gibt immer noch jede Menge zu sehen. Wir sind Stunden lang Schnorcheln gegangen in Reefs, die nur 10m von Strand entfernt sind. Wir sind mit Haien geschwommen, mit Schildkröten getaucht, haben in Monkey Mia wilde Delfine gefüttert und haben zwei Nächte lang an einem Strand geschlafen, wo riesige Schildkröten ihre Eier gelegt haben und die ganze Nacht um unser Feuer herumgelaufen sind. Die beiden Mädels, die ich mit im Auto habe sind absolut nervtötend, ich freu mich schon darauf, die in Perth irgendwo abzusetzen und hoffentlich niemehr wieder zu sehen, aber bis dahin sind es noch drei Tage. Ich habe in Exmouth Jesse wieder getroffen. Jesse hat in Halls Creek im Pub gearbeitet und ist mit Vlad und Ian die Westküste runter. Von Exmouth bis Monkey Mia sind wir zusammen gefahren, das war mega geil. Und es hat uns ne Auszeit von den Mädels gegeben, ich könnte sie echt manchmal erwürgen .. Echt schlimm.. Wenn ich das vorher gewusst hätte, hätte ich die lieber mal in Broome gelassen und hätte mir ein paar Tage mehr Zeit genommen um noch zwei Kerle ins Auto zu kriegen. Niemals nie mehr nehme ich Mädels mit, die ich noch nicht so gut kenne... Würde ich auch keinem anderen empfehlen, das kann verdammt in die Hose gehen.. Naja, soweit so gut, Die nächsten 350km sind entlang der Küste, wir werden haufenweise Strände auschecken und dann am Sonntag erstmal in Perth auf ne fette Hausparty gehen.. Und dann... mal sehen.. kein Plan..
13.12.11 06:20


Sonntag, 06.11.2011 - Broome

Mein letzter Abend in Broome... Bin verdammt traurig Broome verlassen zu müssen. Die letzten Wochen hier waren der absolute Wahnsinn! Seit meiner Ankunft in Sydney die beste Zeit, dadrauf kann ich schwören. Broome ist das Paradies! Ich hatte in der ganzen Zeit in Broome keine einzige Minute in der ich mich gelangweilt habe. Ich hatte immer etwas zu tun, mich immer mit Leuten getroffen, am Strand am Feuer gechillt, tagsüber im Meer geschwommen, surfen geübt, gearbeitet oder halt irgendeinen Scheiß gemacht. Meine Arbeitskollegen haben mir einen verdammt großen Freundeskreis verschafft, da wir alle jeden Tag nach der Arbeit an den Strand gegangen ind und mit ganz vielen Leuten Feuer in den Dünen gemacht haben und jeden Tag mehr Leute dazu kamen. Hier ist das anders als zu Hause. Es gibt so gut wie gar keine Hemmschwelle Leute anzusprechen, man kann sich einfach zu irgendeiner Gruppe von Menschen dazu setzen und ist sofort mitten drin. Die Leute, die man abends am Strand kennenlernt, trifft man am nächsten Tag irgendwo wieder und abends hängt man wieder zusammen ab. Die bringen dann neue Leute mit und so trifft man jeden Tag immer mehr und mehr Leute. Das ist das gute am alleine reisen. Mit Merijn war zwar alles schön und gut, aber mit seinem Abreisetag ist alles noch viel besser geworden. Klingt gemein, ist aber so =) Meinen Geburtstag habe ich mega cool verbracht. Tagsüber sind wir an den Gantheuame Point gefahren, vielleicht 10 min vom Hostel. Dort sind hohe Klippen, wo die Wellen gegenklatschen und das Wasser dann Meter hoch in die Luft fliegt. Dort haben wir dann ein paar Bier getrunken, haben auf die Flut gewartet, wo das Wasser dann ungefähr 9,5-10m höher als normal ist und sind dann von den Klippen gesprungen. Mega..! Dann sind wir zurück zu Strand, haben dort noch ein bisschen abgespannt und sind dann arbeiten gegangen. Arbeit war natürlich cool, wie immer, der Job hat mir richtig Spaß gemacht.. Ach Mensch, ich schreib viel zu viel.. Ich kürz mal ein bisschen ab.. Danach sind wir also wieder an den Strand gegangen, hatten Lagerfeuer mit ungefähr 40 Leuten bis morgens um 10 und dann alle Mann nackt ins Meer gesprungen, während die ganzen Leute mit ihren Hunden am Strand spazieren gegangen sind.. Alles in einem war es definitiv der beste Geburtstag, den ich je hatte.. Einfach Hammer..!! Auf jeden Fall muss ich jetzt hier los, um Max in Perth abzuholen, damit wir zusammen einen draufmachen können. Ich hab am Strand beim Kiteboarden nen Typen kennengelernt, der auch runter nach Perth wollte, Chris. Ist auf jedsten cool drauf, also werd ich ihn mitnehmen. Ansonsten gabs nicht viele, die zu der Zeit runter wollten, deswegen habe ich eine Anzeige ins Internet gesetzt auf die sich zwei Mädels gemeldet haben. Die sind zwar nicht so extrem lässig, aber müsste hinhauen. Also ist mein Auto jetzt voll, ich habe im Diver's gekündigt und mach mit morgen auf den Weg nach Perth. geplant sind zwei Wochen für den Weg, damit wir noch überall anhalten können und die Westküste genießen können.. Nagut, ich muss jetzt Schluss machen, ich kann nicht meine letzte Nacht hier in Broome vorm Laptop verbringen, das geht nicht..
13.12.11 06:19


Freitag, 28.10.2011 - Broome

Die erste Woche Broome ging total schnell vorbei. Ich wohne hier im Cable Beach Backpackers, 300m vom Cable Beach, ein wunderschöner, ewig langer Strand mit weißem Sand und fast blauem Wasser. Letzten Donnerstag, am Anreisetag, war der Strand, das Meer besser gesagt unser erster Anlaufspunkt, bevor wir irgendetwas anderes von Broome sehen wollten. Wir sind straight ans Wasser und so schnell wir konnten in die Wellen gerannt. Darauf haben wir die letzten 5000km gewartet und jetzt ist der Traum endlich war geworden. WESTKÜSTE!!! Nach der Abkühlung wollten wir uns die Stadt angucken, welche super schön ist. Die Innenstadt ist Chinatown, sieht zwar keineswegs chinesisch aus, aber das macht nichts. Wir sind ja auch in Australien. Das Stadtcenter ist wesentlich schöner als Darwin oder Cairns, kein einziges Hochhaus, viele kleine Geschäfte und Shops, Cafe´s und Restaurants und zwei Nightclubs. Oasis und Bungalows. Da wir am Strand schon ein paar Leute kennengelernt haben, sind wir zu denen ins Hostel gegangen, wo ich jetzt immernoch wohne. Nach einer erfolgslosen Jobssuche am Samstag, bin ich am Sonntag neue Lebensläufe ausdrucken gegangen und hab im Internetcafe ein Mädchen kennengelernt, die meinte, ich sollte mal ins Diver's gehen, die suchen nach Personal. Also bin ich straight dort hin geskatet, hab mein Lebenslauf abgegeben und hab mich auf den Weg zum Strand gemacht. Nach ungefähr 200m hat mein Handy geklingelt und Rob, der Restaurantmanager vom Diver's hat mich gefragt, ob ich am selben Abend schon anfangen kann zu arbeiten. Joar, seit dem arbeite ich also als Kellner und Barkeeper im Diver's am Cable Beach. Perfekt. Die Leute sind absolut cool, der Boss ist super, die Arbeit ist easy, nur die Stunden könnten mehr sein. Auf jeden Fall lässt es sich hier in Broome aushalten und ich werde hier solange bleiben, bis ich Leute kennenlerne, die mit mir runter nach Perth fahren und dann gehts weiter zusammen mit Max, der Nudel.. Merijn ist gestern nach Perth geflogen, weil sein Visum bald ausläuft und er noch nach Sydney muss und deshalb keine Zeit hat hier rumzuhängen. War auf jeden Fall ne geile Zeit mit ihm, das nächste mal werden wir uns in Erfurt oder Amsterdam wieder sehen.. Nölken en de Kölken, Merijn, nölken en de Kölken....!!
13.12.11 06:18


Samstag, 29.10.2011 - Broome

 
Die erste Woche Broome ging total schnell vorbei. Ich wohne hier im Cable Beach Backpackers, 300m vom Cable Beach, ein wunderschöner, ewig langer Strand mit weißem Sand und fast blauem Wasser. Letzten Donnerstag, am Anreisetag, war der Strand, das Meer besser gesagt unser erster Anlaufspunkt, bevor wir irgendetwas anderes von Broome sehen wollten. Wir sind straight ans Wasser und so schnell wir konnten in die Wellen gerannt. Darauf haben wir die letzten 5000km gewartet und jetzt ist der Traum endlich war. WESTKÜSTE!!! Nach der Abkühlung wollten wir uns die Stadt angucken, welche super schön ist. Die Innenstadt ist Chinatown, sieht zwar keineswegs chinesisch aus, aber das macht nichts. Wir sind ja auch in Australien. Das Stadtcenter ist wesentlich schöner als Darwin oder Cairns, kein einziges Hochhaus, viele kleine Geschäfte und Shops, Cafe´s und Restaurants und zwei Nightclubs. Oasis und Bungalows. Da wir am Strand schon ein paar Leute kennengelernt haben, sind wir zu denen ins Hostel gegangen, wo ich jetzt immernoch wohne. Nach einer Erfolgslosen Jobssuche am Samstag, bin ich am Sonntag neue Lebensläufe drucken gegangen und hab im Internetcafe ein Mädchen kennengelernt, die meinte, ich sollte mal ins Diver's gehen, die suchen nach Personal. Also bin ich straight dort hin geskatet, hab mein Lebenslauf abgegeben und hab mich auf den Weg zum Strand gemacht. Nach ungefähr 200m hat mein Handy geklingelt und Rob, der Restaurantmanager vom Diver's hat mich gefragt, ob ich am selben Abend schon anfangen kann zu arbeiten. Joar, seit dem arbeite ich also als Kellner und Barkeeper im Diver's am Caple Beach. Perfekt. Die Leute sind absolut cool, der Boss ist super, die Arbeit ist easy, nur die Stunden könnten mehr sein. Auf jeden Fall lässt es sich hier in Broome aushalten und ich werde hier solange bleiben, bis ich Leute kennenlerne, die mit mir runter nach Perth fahren und dann gehts weiter zusammen mit Max, der Nudel..  Merijn ist gestern nach Perth geflogen, weil sein Visum bald ausläuft und er noch nach Sydney muss und deshalb keine Zeit hat hier rumzuhängen. War auf jeden Fall ne geile Zeit mit ihm, das nächste mal werden wir uns in Erfurt oder Amsterdam wieder sehen.. Nölken en de Kölken, Merijn, nölken en de Kölken....!!
29.10.11 09:41


Donnerstag, 20.10.2011 - Broome

 
Ok, heute in Broome angekommen. Westküste!!!!!!! Endlich. Nach 7000km von Cairns angefangen habe ich komplett Australien von Osten nach Westen durchquert, habe in jeder Stadt gearbeitet, hunderte von Leuten kennengelernt, ettliche Parties gefeiert, nen riesigen Haufen Schei**e gebaut, die schönsten Strände gesehen und das Geile ist, dass ich jetzt nicht mehr früh aufstehen muss, um den Sonnenaufgang über dem Meer zu sehen. Jetzt geht die Sonne jeden Tag über dem Meer unter, was noch tausend mal beeindruckender ist. Ich habe hunderte Arten von Spinnen gesehen, Kängurus sind schon nichts mehr besonderes hier, Lizards und Geckos laufen überall rum, ich war im Great Barrier Reef tauchen, habe schon Bekanntschaft mit Quallen gemacht - ungefährlich, brennt nur ein bisschen - und habe einen Hund aus Krokodilverseuchtem Gewässer gerettet. Ich bin einen 17m Wasserfall ungefähr zehn mal runtergesprungen und lebe noch. Mein Auto ist die reinste Luxusbude. 5.1 Dolby Surround System, mit dickem Subwoofer zwischen den beiden Frontsitzen und Lautsprechern in der Kopfstütze, 120W Converter unter dem Passengerseat um Laptop, Handy, Camera oder sonst was aufzuladen. Drei Zelte, zwei Campingstühle mit Tisch, eine überbequeme Matraze und ein Airbed, das leider morgens gegen 6 Uhr die Luft verliert, ein Skateboarddeck zum Sandboarden, ein Bodyboard zum surfen und ein Longboard zum durch die Stadt cruisen. Meine Gitarre aus Cairns musste ich leider zurücklassen, dank drei gebrochenen Wirbeln, querschnitzgelähmt - unheilbar.. Haben sie im Litchfield Nationalpark übers Wasser an einen Felsen gehangen, dort wird sie jetzt für immer hängen bleiben und uns in Erinnerung behalten. Ich habe in Cairns auf einem Rummel in ner Frittenbude gearbeitet, habe für die Bunjee Jumping Company in Cairns gearbeitet und bin natürlich gesprungen, habe mittlerweile meinen zweiten Kellnerjob, bin in Darwin 3 Wochen lang Velotaxi gefahren und habe in dieser Zeit die verrücktesten Stories miterlebt, wurde von Kunden in ihre Appartments eingeladen um dort Bier zu trinken und wurde natürlich auch immer für die Arbeitszeit, die ich mit Biertrinken verschwende, von den Leuten bezahlt. Ich habe zwei Wochen lang bei 55°C Bäume gefällt, Gärten umgegraben, ein ausgebranntes Hausgereinigt, eine komplette Schule sauber gemacht und im verdammten Halls Creek abgegammelt. Das war nur ein bisschen von dem, was ich in den letzten 5 Monaten gemacht habe, viele Sachen vergesse ich auch einfach, weil jeden Tag irgendetwas neues passiert und man sich einfach nicht alles merken kann. Dafür ist mein Hirn einfach zu ungroß. Auf jeden Fall habe ich hier ne riesengroße Menge Spaß und kann Australien definitiv an jeden weiterempfehlen... Klar, man ist komplett auf sich alleine gestellt und wenn man einmal tief in die Scheiße taucht, ist es schwer wieder an die frische Luft zu schwimmen, aber irgendwie lernt man dann immer im richtigen Moment den richtigen Dude kennen, der dir nen Job oder eine Unterkunft gibt und alles von jetzt auf gleich wieder Scheißefrei lassen wird.. In einem Monat treffe ich Max in Perth und dann werden wir erstmal für ein Stück die ganze Kacke zusammen durchmachen und richtig auf den Putz hauen.. Max: freu dich drauf, es wird mega   Naja, das war mal eine kleine Zusammenfassung, jetzt weiter in der Storie.. Bevor wir Halls Creek verlassen haben, sind wir für ein paar Nächte durchs Outback zu ein paar schönen Stellen gefahren um noch einmal auszuspannen, bevor es wieder an die Arbeit geht. Die Straßen außerhalb vom Highway sind hier meistens nur für 4wd Jeeps, aber die meisten Locals meinten, dass wieder den Weg bis Saw Pit George auch mit unserem Station Wagon meistern können. Erster Stopp - China Wall. Eine natürliche Wand aus Stein, die sich komplett gerade von der einen Seite eines Berges über die Spitze bis zum anderen Ende zieht. Eine perfekte Linie, ungefähr vier Meter hoch. Es war schwer zu glaube, dass diese Mauer natürlich ist, aber wenn man auf den höchsten Punkt klettert, sieht man im Umkreis von Kilometern unzählige kleinere Mauern, die sich überall über die Hügel ziehen. Leider sind wir noch in der Dryseason, alle Flüsse sind also bis zum letzten Tropfen ausgetrocknet und die Georges, also Pools, die niemals austrocknen, sind nicht so spektakulär, wie in der Wetseason. Die Wasserfälle sind trocken und es gibt so gut wie keine Strömung in den Georges. Nach der ersten Nacht am Caroline Pool, sehr schön, sind wir gute 3 Stunden mit ungefähr 15-20km/h weiter ins Nichts gefahren um Palm Springs zu sehen. Ein tiefer Pool, der immer volller Wasser ist, weil ein paar dutzend Meter weiter eine Quelle ist. Dort war eine riesige Gruppe von Abos, ungefähr 50 in vier Jeeps. Es war mal eine gute Erfahrung diese Leute nüchtern kennen zu lernen, in den Städten sieht man sie nur als betrunkene Penner an der Straße sitzen, pöbeln, betteln und dann mit dem Taxi heimfahren, weil die zwischen 400 und 900$ die Woche vom Government bekommen. Bevor es dunkel wurde, haben die dann ein riesiges BBQ für alle gemacht und haben uns eingeladen. Es gab blutiges Büffelsteak und Büffelrips und wir wurden eingeladen und haben zusammen mit den Abos gegessen. Danach sind wir mit ein paar Kids auf den Berg nebenan geklettert und haben uns von oben den Sonnenuntergang angeguckt. Herrlich..  Man kann in jede Richtung 10.000km  weit sehen und man sieht einfach nur eine Traumlandschaft. Kein Haus, keine Straße, keine Autos, kein Strommast.. Nichts.. Nur Hügel, Berge, Klippen, Wälder und das wars. Wenn hier irgendetwas mit dem Auto passiert, sind wir geliefert. Ein Abschleppwagen aus Halls Creek zu holen, kostet 5000$, die man auf jeden fall nicht bezahlen will. Nichts desto trotz sind wir am nächsten Tag noch weiter raus gefahren, um Saw Pit George zu sehen, ein anderer See, umgeben von hohen Klippen und trockenen Flussbetten und Wasserfällen. Das Auto mussten wir ein bisschen oberhalb vom George abstellen, weil man nur mit einem 4wd bis runter fahren kann. Wir sind also runter in Richtung Wasser gelaufen und mussten erstmal nur ein ungefähr 10cm tiefen und 3m breiten süßen  Fluss laufen um zum George zu kommen. Das Wasser war perfekt. Es ist immer geil, wenn man irgendetwas zum springen hat und dieser Platz war perfekt dafür geeignet. Man konnte überall die Klippen hochklettern und egal von wo runterspringen, das Wasser war überall tief genug. Das klettern war auch eine Herrausforderung, Überhangklettern, Barfuß und alles nass. Aber wenn man runterfällt, landet man eh im Wasser und da will man ohnehin rein. Bevor es dunkel wurde sind wir wieder zum Auto gegangen um zu kochen und dann hat sich auch schon der Himmel zugezogen. Man konnte genau beobachten, wie sich ein Sturm aufbaut und wie der Regen hinter der nächsten Bergkette runterprasselt. Dann wurde die dunkle Wolke immer größer und dunkler und kam zu uns rüber und mit einem mal hat es so deftig angefangen zu regnen, das war unglaublich. Dann wurde es komplett dunkel und 360° um uns herum waren Blitze, tausende von Blitzen. Und die Donner waren so laut, das Gewitter war direkt über unseren Köpfen. Nach zwei oder drei Stunden hat es dann aufgehört zu regnen, nur die Blitze haben ewig nicht aufgehört und der Himmel war hell. Hinter den Bergen hat es rot geschimmert, das heißt, dass es da hinten einen Buschbrand gibt. Als die Donner nachgelassen haben, hörten wir dann auf einmal riesige Mengen Wasser plätschern, also haben wir unsere Taschenlampen und Walki-Talkies gepackt und sind runter ans Wasser gegangen. Der süße kleine Fluss von vorhin war auf einmal fast einen Meter tief und sieben oder acht Meter breit, da mussten wir durch, um den Rest sehen zu können. Die Strömung reißt dich fast mit sich, aber nach einiger Zeit haben wir es geschafft und sind auf der anderen Seite angekommen. Wir wollten zu dem Platz gehen, an dem wir tagsüber gelegen haben, aber dieser Platz war schlicht einfach wie vom Erdboden verschluckt. Wo wir lagen, war einfach überall Wasser und ein kleiner Erdrutsch hat die komplette Ecke ins Wasser stürzen lassen. Der komplette George war ungefähr anderthalb Meter höher als tagsüber. Von allen Seiten prasselten Wasserfälle die Felsen runter unter aus allen Ecken kamen kleine und größere Flüsse in den George. Wir stehen also in mitten dieses Naturspektakels, als auf einmal hinter dem Baum, wo wir standen ein ohrenbetäubendes Grollen aufkam. Keine Ahnung, was es ist, aber erstmal sicheren Abstand nehmen. Wir sind also ein Stück nach hinten gerannt und haben mit unseren Lampen alles abgeleuchtet um den Ursprung dieses Lärmes zu finden. Wir merkten dann, dass es ein herunterfallender Felsbrocken war, der erst den Berg und dann die Klippen herunter rollt auf der anderen Seite des Wassers. Wir konnten es zwar nicht so genau sehen, aber das Geräusch wurde immer lauter, es hat sich angehört wie eine gigantische Lawine und auf einmal klatscht der Felsbrocken in das Wasser auf der anderen Seite des Georges. Und Stille. Das war ein Zeichen für uns, wieder zum Auto zu gehen, also sind wir zurück durchs Wasser gestiefelt und sind den Weg zurück gelaufen. Die Straße war ein Fluss, überall sind Frösche rumgehüpft und aus den Büschen kamen Geräusche, wo man manchmal überhaupt nicht wissen will, was das für ein Tier ist. Die Nacht war dann in Ordnung, es hat nur noch einmal kurz geregnet, ansonsten gab es keine Zwischenfälle. Am nächsten Tag wollten wir dann wieder zurück nach Halls Creek, weil wir befürchteten, es könnte noch einmal regnen und dann wird die Straße komplett unpassierbar. Für mein armes himmelblaues Abenteuerauto.. Wir sind also morgens gegen zehn Uhr losgefahren und sind ungefähr 30m weit gekommen, bis wir zum ersten mal austeigen mussten, um die Straßenlage zu checken. Wasser auf der Straße. Machbar. Einfach durch. Nächster Creek, Wasser.. alles klar, einfach durch.. Merijn stand immer draußen und hat mir die Richtung gewiesen, nachdem wir abgecheckt haben, wo das Wasser am niedrigsten ist. Niedrig ist vielleicht nicht das richtige Wort, es war ungefähr dreiviertel-Reifentief und das Wasser hat sich wie eine Wand gegen die Stoßstange gelegt und ist in die Lüftungsschlitze gelaufen. Durch. Geschafft. Aber es kam, wie es kommen musste und wir sind natürlich nach einer Zeit im Schlamm stecken geblieben. Austeigen, vors Auto in den Schlam knien und das Auto ausgraben ist angesagt. Wir haben kleine Bäume gefällt und die Baumstämme unter die Reifen geklemmt, damit wir ein bisschen mehr Grip haben und tatsächlich, nach fast einer Stunde hatten wir das Auto befreit. In der ganzen Zeit haben wir natürlich nicht ein einziges Auto gesehen.  Aber trotzdem war es zu heikel die Strecke auf eigene Faust weiterzumachen, also hab ich mir ne große Flasche Wasser geschnappt und bin ungefähr eine Stunde lang zur nächsten Kreuzung (die einzige Kreuzung auf der ganzen Straße) gelaufen, um dort auf ein 4wd zu warten, der uns eventuell durch dieses Loch ziehen kann. Auf meinem Weg dahin bin ich durch noch viel größere Löcher gestampft, die wir niemals nie alleine schaffen würden. Nach vielleicht 20min warten kam ein 4wd aus der entgegengesetzten Richtung, also habe ich mich mitten auf die Straße gestellt, Merijn durchs Walki-Talki bescheid gegeben, dass ich jemand gefunden habe und habe die Frau im Auto gefragt, ob sie uns helfen kann. Sie war eine Sozialarbeiterin für Aboriginicommunities, also auf alle Fälle hilfsbereit. Natürlich hatte sie auch ein Abschleppseil dabei und ich bin mit ihr zusammen zu meinem Auto gefahren um es in Sicherheit zu bringen. Click, click, bruuuuummmm..... als wäre es ein Kinderspiel, hat uns die Frau durch ein Creek nach dem anderen gezogen, das Wasser ging teilweise bis kurz unter die Fenster, ich konnte meine Hand im Wasser hängen lassen. Die Creeks waren alle in Ordnung, ohne Probleme. Dann kamen wir zu Palm Springs Creek, ein "kleiner" Fluss, der über Nacht ein bisschen größer geworden ist. Der Fluss hat sich sienen Weg über die Straße gesucht und ich musste stark gegenlenken, damit das Wasser mein Auto nicht von der Straße in den Fluss spült. Aber das war dann auch zum Glück die letzte Hürde, von dort an sind wir dann wieder alleine weitergefahren, das Auto hat nur ein bisschen gequietscht und die Lenkung hat gesponnen, aber sobald der ganze Matsch von den Federn gefallen war, wurde es auch besser und es war wieder alles beim alten. Im nachhinein kann man immer über solche Dinge lachen, aber wenn dein zu Hause dort im Schlamm steckt versucht man schon, das beste draus zu machen um nicht obdachlos zu werden. Umso glücklicher bin ich,das ich jetzt in Broome angekommen bin und das Auto immernoch perfekt läuft..
29.10.11 09:40


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